BV Oberbayern Ost 2009

Am Donnerstag, 30.April 2009, fand in München im Hofbräukeller die Bezirksversammlung der Bezirke Oberbayern Ost und Süd statt. Nach einer Diskussion über die von den beiden Bezirken zur Hauptversammlung gestellten Anträge konnte gegen 15 Uhr der Haupttagesordnungspunkt der Versammlung beginnen, das Gespräch mit dem neuen Staatssekretär im Kultusministerium, Dr. Marcel Huber.
In einem kurzen Rückblick über seinen politischen Weg machte er deutlich, dass er durch die Arbeit im Stimmkreis bereits über viele Themen informiert war. Die Arbeit in der Bildungspolitik machte ihm jedoch bald klar, dass die Bildungsarbeit von vielen unterschiedlichsten Standpunkten geprägt ist. Dennoch konnte man sich im Ministerium zu einer klaren Festlegung auf die Dreigliedrigkeit des bayerischen Schulsystems durchringen! Dr. Huber bekannte sich auch eindeutig hierzu und machte klar, wie wichtig es sei, dass jede Schulart klare Profile bildet und dass die Übergänge nicht verwischt werden dürfen. Sein persönlicher Ansatz sei die Förderung der Kinder mit ihren Talenten durch Module und Differenzierungen,  allerdings sehe er erhebliche Schwierigkeiten in der Umsetzung.
Einen breiten Raum nahm auch die Diskussion über die Neugestaltung des Übertritts ein. Das Kooperationsmodell mit klaren Angaben zur Eigenständigkeit der einzelnen Schularten werde leider in der Presse oft falsch dargestellt.
Durch das neue Übertrittsverfahren soll die Suche nach der richtigen Schulart auf eine breite Basis gestellt werden und nicht mehr nur in der Hand einer einzelnen Grundschullehrkraft. Oft wird in der Bevölkerung nur das Ziel Gymnasium gesehen, andere Anschlüsse sind nicht bekannt oder präsent. Dazu müssen Profile und Anschlüsse müssen vermittelt werden. Dr. Huber ist bereit diesen Kampf aufzunehmen.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Gelenkklasse angesprochen, die ziemliche Verwirrung gestiftet hat. Dahinter steht der Gedanke, dass die Phase der Suche nach der richtigen Schule bereits in der 3. Klasse mit Hilfe von VERA3 beginnen soll, in der 4. Jahrgangsstufe wurden prüfungsfreie Phasen eingeführt, womit man den Druck von Eltern und Kindern nehmen will. In der Jahrgangsstufe 5 soll dann in sog. Gelenkklassen eruiert werden, für welche Schulart das Kind letztendlich geeignet ist.
Weitere Themenbereiche wurden dann noch kurz andiskutiert:
Kooperationsmodelle sollen Verbünde aus eigenständigen Haupt- und Realschulen sein, hier sollen Synergien geschaffen und die Durchlässigkeit erhöht werden. Eine gemeinsame Mittagsbetreuung ist hier eine Möglichkeit. An einen wahllosen Lehreraustausch zwischen beiden Schularten sei nicht gedacht.
Die Schülermengen an vielen Realschulen sind ein Problem. Deshalb sollten möglichst schnell auch kleine zweizügige Schulen installiert werden, was z. B. auf dem Land durchaus sinnvoll sein kann.
In der anschließenden Diskussion ging es dann um die Praktibilität der Gelenkklassen und um die Frage einer Aufnahmeprüfung.
Darüber hinaus wurden folgende Themen angesprochen:

  • die geringe Zahl der Anrechnungsstunden für SchulpsychologInnen,
  • die Situation der Seminarlehrkräfte, die jahrelang auf die Beförderung nach A 14 warten
  • die Raumproblematik an Seminarschulen, wo bei Neu- oder Anbau Seminarräume nicht gefördert werden
  • Die Probleme, die durch den Doppeljahrgang G8 und G9 entstehen und die auch auf unsere AbgängerInnen Auswirkungen haben werden. Hier müssen dringend neue Ausbildungsstellen geschaffen werden.
  • Die Bedeutung von Modus F wurde deutlich gemacht. Hier ist es durchaus möglich von der Wirtschaft sinnvolle Strukturen abzuschauen und zu übernehmen.