Pensionistentreffen 2005 in Hilpoltstein

Die Teilnehmer

Zum 19. VBR-Pensionistentreffen vom 22. bis 24. September 2005 hatten Manfred Gruber als Betreuer und Ernst Wurdak und Werner Reil als Ausrichter (im Hintergrund die Ehefrauen Ursula und Resi) in das mittelfränkische Hilpoltstein eingeladen. Den Wandel im „Personalstand“ der Pensionisten fixierte Manfred Gruber im Hotel Post mit herzlicher Begrüßung der Ex-MBs Maximilian Schmidt und Eckhard Zwilling als „ganz jungen Pensionisten“ neben den beiden 80-jährigen Ehrenvorsitzenden Rudolf Bernreuther und Josef Kreuzer als „Vätern der VBR“, Josef Kreuzer zugleich als Initiator der jährlichen Begegnungen seit 1987. Als symbolträchtig erwies sich auch die Mischung des Gespanns Ernst Wurdak, Altpensionist, und Werner Reil, Jungpensionist, beide als verdienstvolle Exchefs der RS Hilpoltstein, Ernst Wurdak bis vor kurzem auch kenntnisreicher Kreisheimatpfleger, Werner Reil seit dem Amtswechsel im Landesvorstand 2003 Ehrenvorsitzender der VBR und vormals ideenreicher Herausgeber der „Schulpraktischen Nachrichten“. Zum Wiedersehen und Kennenlernen strahlte zur Freude der 65 Teilnehmer die Herbstsonne über dem Treffen.

„Ein Höhepunkt übertraf den andern!“

Aus dieser Schlussbewertung von M. Gruber folgt für den Umfang des Berichts – auch aus Platzgründen – eine Beschränkung, für die um Verständnis gebeten wird.

„Nach Hilpoltstein reinriechen“ empfahl Bürgermeister Helmut Neuweg den Gästen beim Empfang im Rathaus. Den Wert des Kennenlernens von Unbekanntem beschrieb der ehemalige Realschüler aus guter Erinnerung mit regem Schüleraustausch und mit kommunalen Auslandspatenschaften. Die 13000-Einwohner-Stadt mit einer Fläche „halb so groß wie Nürnberg“ bringt ihre Bürger und Besucher mit 200 stimmungsvollen Festen im Jahr auf die Beine, z.B. beim Burgfest, Triathlon (Ironman Europe), Drachenfest, Mittelalterfest (Trachten, Brauchtum), Musik, Theater. Ob es für Eröffnungszeremonien eines trinkfesten Bürgermeisters bedürfe, beantwortete der Rathauschef ebenso launig wie er Schulen, Ämter und wirtschaftliche Regsamkeit der Stadt und des Landes am Rothsee lobend vorstellte. Im Dank für den Empfang bestätigte Manfred Gruber dem agilen Bürgermeister, dass er die Begierde auf die Stadtführunggeweckt habe.

Erste Eindrücke boten sich beim Spaziergang zur Realschule, später bei der Führung durch E. Wurdak. In Vertretung des erkrankten Schulleiters hieß Konrektor Walter Stromsky die Gäste willkommen, an ihrer Spitze die beiden Exchefs. Mit fröhlichem, instrumental begleitetem Singen unter der Leitung von Musiklehrerin Freudenstein und mit Solostücken leitete der Mädchenchor zur erholsamen Kaffeerunde über. Kollege Stromsky stellte die Schule neben statistischen Daten als eine der ältesten Mittel- bzw. Realschulen in Bayern vor. Wie schon bei ihrer Gründung sei sie als „immer aufgeschlossen für Experimente und moderne Sachen“ bekannt.

Moderne Schulentwicklungstrends

Josef Lobenhofer, MB für Mittelfranken, berichtete den RS-Direktoren a. D., von ihm als „auf Draht“ definiert, über die allgemeine Situation der Realschule in Bayern. Man musste die mit Humor und Satire geglätteten Zwischentöne und Karikaturen von cool bis lamentabel heraushören oder deuten, um am Beispiel des optimistisch zupackenden Vorgesetzten nachvollziehen zu können, wie Behörden, Schulleiter und Lehrerschaft angesichts „einer Menge Arbeit, viel Bewegung, Phantasie, manchen Defiziten, anderer Qualität von Schülern, Schulentwicklungstrends, veränderten Kollegien, Ausbildung von Siemensingenieuren, Forstbeamten, Verwaltungsreformbeamten“ hart herausgefordert sind. „Wir haben gute Leute für moderne Entwicklungen und gehen die schwierige Sache mit Optimismus an“, so Lobenhofer. „Ihr Humor soll Ihnen dabei weiterhelfen“, so Manfred Gruber unter Beifall. Über die aktive Rolle der VBR bei der Bewältigung der Probleme berichtete am Abend der zum Kurzbesuch angereiste, herzlich begrüßte VBRLandesvorsitzende Roland Schneidt.

Wie Kollege Ernst Wurdak mit Daten und von Taten über ortsgeschichtliche, landschafts- und kulturkundliche Zusammenhänge aus dem Vollen schöpfte, kann hier nicht einmal mit einer Handvoll an Einzelheiten festgehalten werden. Der Ortsname geht auf das reichsfreie Rittergeschlecht derer von Stein und ihrer Nachkommen unter dem Leitnamen „Hilpolt“ zurück. Bauwerke wie die frühere Residenz, die Hauptkirche und das Rathaus widerspiegeln die Wirkungskräfte im Gegen und Miteinander von Adel, Geistlichkeit und Bürgerschaft. An Fixpunkten im Umland wies Wurdak fachkundig auf den Aufbau des Fränkischen Stufen- oder Juralandes mit Keuperschicht, Schwarzem, Braunem und Weißem Jura hin. Im weiten Umkreis stoßen Bauern beim Pflügen immer wieder auf Zeugnisse aus der besonders von den Kelten geprägten Frühgeschichte. Immer neue Funde kommen hinzu. Eine Fülle von Nachweisen vertiefte beim Rundgang das vorbildlich angelegte

„Vor- und Frühgeschichtliche Museum“ in Thalmässing

Stadtführung durch Hilpoltstein

Ländliche Sakralkunst und Orgelkonzertin der Wehrkirche Mindorf

Werner Reil ist eine mit großem Beifall bedachte Überraschung gelungen. Aus seinem früheren Kollegium hatte er insgeheim den jetzt andernorts tätigen Musiklehrer Franz Josef Bickel gewonnen, in dieser Kirche das Ausflugsprogramm mit einem kleinen Orgelkonzert vom Barock bis zu modernen Komponisten musisch zu vertiefen. Die Zuhörer dankten mit herzlichem Beifall. Die Ausstattung der Kirche mit einer prächtigen Holzdecke, einem von zwei Schreinerbrüdern geschaffenen Altar, einer Barockpieta und gotischen Fresken in der Sakristei wird von Fachleuten als „gediegene ländliche Sakralkunst“gewürdigt.

Wimpelübergabe für das 20. Treffen 2006 in Kempten

Ganz auf Erholung gegen Ende des Ausflugstages ausgerichtet waren eine Rundfahrt auf dem Brombachsee mit Kaffeeplausch auf dem fein ausgestatteten Trimaran und im Gasthaus „Zum Tannhäuser“ in Thannhausen als weitere Reil-Überraschung eine viel bejubelte Zauberei des Hilpoltsteiner RSL Wolfgang Modler mit Seil-, Karten-, Zylinder-, Würfel- und Seidentüchertricks „in einem kleinen beschränkten Kreis“ – Auweh! Schwarzer Humor natürlich nur im Blick auf die räumliche Enge! Ebenso mit Beifall und Dank bedachte die Runde die Bereitschaft des Kollegen a.D. Manfred Lutz, das jubiläumsträchtige 20. VBR-Pensionistentreffen in Kempten zu organisieren. Einzelheiten werden rechtzeitig mitgeteilt. Eindrucksvoll war auch das Abschlussprogramm am dritten Tag des 19. Treffens im „Historischen Eisenhammerwerk Schäff“ bei Eckersmühlen. In dem industriegeschichtlichen Kleinod demonstrierte H. Espich „die ehrliche Mechanik der Eisenbearbeitung als etwas Lebendiges“ und als Gegenbild zu der fast wesenlosen elektronikgesteuerten Moderne. Als höchste Ausprägung im modernen Brauwesen erlebten die Besucher schließlich eine lockere, zugleich erfahrungsreiche Führung in der Pyraser Brauerei Bernreuther (Bier- und Säfteproduktion) durch den Besitzer persönlich unter dem Kerngedanken „Brauwirtschaft im Ursprung und im Umbruch“. Nach einer attraktiv servierten fränkischen Brotzeit im geselligen Ambiente des „Schalander“ (Aufenthaltsraum der Brauer) endete das rundum gelungene Treffen mit Beifall und Dank des Betreuers Manfred Gruber und der Teilnehmer an die versierten Mitarbeiter.

Richard Müller

Musikalische Begrüßung in der RS Hilpoltstein