Pensionistentreffen 2006 in Kempten

Das Jubiläumstreffen

von Werner Reil

Der 20. Geburtstag der jährlichen Treffen der Pensionisten in der VBR konnte heuer in Kempten gefeiert werden. Im Jahre 1986 hatte unser Ehrenvorsitzender, Josef Kreuzer, die Idee dazu. Mitglieder im Ruhestand, die dem Tagesgeschäft unseres Verbandes verständlicherweise keine allzu großen Vorteile mehr abgewinnen konnten, sollten sich nicht vernachlässigt fühlen und bei einem mehrtägigen Treffen die Möglichkeit erhalten, sich  wiederzusehen, alte Kontakte zu erneuern und gleichzeitig in ganz Bayern neue Orte und Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen. Die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren stets deutlich über 60 Teilnehmer begrüßt werden konnten, zeigt, dass hier ein echter Bedarf besteht und dass Josef Kreuzer vor 20 Jahren sehr weitsichtig gehandelt hat. Dafür gebührt ihm noch heute großer Dank.

Über das Pensionistentreffen in Kempten gibt es ab sofort eine Dia- und Video-DVD, die bei Werner Reil, Ganghoferstr. 38, 90765 Fürth gegen Einsendung eines A5-Freiumschlags und eines 5-EUR-Scheins erhältlich ist. Die DVD kann in normalen DVD-Spielern abgespielt werden. Eine gekürzte und qualitätsverminderte Demo-Version steht im geschützten Downloadbereich (140 MB) zur Verfügung.

Lesen Sie vom diesjährigen Treffen den nachfolgenden Bericht, den der Organisator des Treffens, Manfred Lutz, geschrieben hat.

von Manfred Lutz

Kempten war der Mittelpunkt eines Treffens der Pensionisten des Verbandes Bayerischer Realschuldirektoren. In einer dreitägigen Veranstaltung lernten die Teilnehmer die Stadt und das weitere Oberallgäu näher kennen.

Der Vorsitzende der Pensionisten, Manfred Gruber, freute sich, 67  Teilnehmer begrüßen zu  dürfen. Manfred Gruber betreut seit Jahren in sehr verdienstvoller Weise die Pensionisten des VBR und trägt so nachhaltig zu einem Zusammenhalt des Verbandes bei. Sein Dank galt dem Ausrichter des Treffens, dem ehemaligen Leiter der Staatlichen Realschule Kempten, Manfred Lutz. Eine Mischung  von Kultur, Erlebnis und Information erwartete die Teilnehmer die nächsten Tage.

Schulstadt Kempten

Die Stadt Kempten stellte  Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer persönlich vor.

In einer lockeren und sehr humorvollen Rede hob er vor allem Kempten als Schulstadt und Wirtschaftsstandort heraus. Kempten sei ein Oberzentrum mit gut ausgebauter Infrastruktur auch im schulischen Bereich. So sei Kempten 1994 einer der ersten Standorte Bayerns für den damaligen Schulversuch „sechsstufige Realschule“ gewesen. Die guten Ergebnisse des Versuches hätten sicher auch zur landesweiten Einführung dieser Schulform beigetragen.

„Wir sind sehr froh um den Schulversuch gewesen. Der finanzielle Mehraufwand  hat sich gelohnt,“ betonte er.
Der Besuch der Staatlichen Realschule an der Salzstraße ließen so manchen Pensionisten wieder Schulluft schnuppern.

Von der Schüler-Jazz-Band „Salt Street Boys“ wurden die Besucher mit flotten Dixie -Weisen  gebührend empfangen. Bei Kaffee und Gebäck in der „Schul-Cafeteria“  konnten die Teilnehmer entspannt den Erläuterungen vom Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Schwaben, Rainer Feller und  Realschulrektor Hans-Georg Fink folgen. RSR Fink betonte, dass die Realschule dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern könne. Die Schule habe sich sehr positiv entwickelt. Sie werde von fast 900 Schülerinnen und Schüler besucht. Da die Schule allerdings erst seit wenigen Jahren auch Mädchen aufnehme, sei deren Anteil  noch gering.

Ministerialbeauftragter Feller  wies  auf die stark gestiegenen Schülerzahlen an den Realschulen Bayerns und die damit verbundene Problematik  hin.  Die Attraktivität der Realschule als eigenständige Bildungseinrichtung sah er hier als Hauptgrund für die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Ein  Orgelkonzert in der Basilika St. Lorenz  ergriff die Zuhörer eindrucksvoll.  Musik des Hochbarocks und der Spätromantik standen auf dem Programm. Von drei Orgeln, spielbar von einem Orgelpult aus, entstanden sehr reizvolle Klangeindrücke.

Eine Stadtbesichtigung durch sachkundige Führerinnen zeigte den Besuchern  anschaulich die historischen Wurzeln und die Entwicklung der Stadt Kemptens. So sei Kempten mehrere Jahrhunderte in zwei Teile geteilt gewesen, die Stiftsstadt und die Reichsstadt.  Heftige Fehden zwischen den beiden Teilen, zusätzlich angestachelt durch Glaubenskämpfe, hätten viel Leid und  vermeidbare Opfer gekostet. Eindrucksvoll zeigte sich die Residenz den Betrachtern, ein großer Gebäudekomplex, in dem sich die Macht der damaligen Fürstäbte widerspiegelte. Heute sind Ämter und ein Museum hier untergebracht.

Weltbekannte Schisprunganlagen

Der Besuch des Oberallgäus  wartete mit weiteren Attraktionen auf: Die weltbekannten Skisprunganlagen in Oberstdorf einmal von anderer Seite aus kennen zulernen, war ein einmaliges Erlebnis. Ein Blick hinter die Kulissen der Anlagen weckte hohes Interesse. Bei strahlendem Sonnenschein und fast hochsommerlichen Temperaturen trainierten Skispringer aus mehreren europäischen Nationen. Direkt neben der Skisprungschanze zu stehen und die Skispringer meterhoch über die Köpfe hinwegfliegen zu sehen und zu hören beeindruckte außerordentlich. Die speziell präparierte Skisprungschanze mit bewässerten Kunststoffmatten ermöglichten ähnliche Fahrbedingen wie im Winter.

Großes Erstaunen gab es, als die VBR Pensionisten ganz offiziell über die Stadionlautsprecher  begrüßt  wurden. Der Stadionsprecher, der auch die nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf moderierte, stellte sich als ein  aktiv im Schuldienst stehender Kollege heraus. Franz Bisle, wohnhaft in Oberstdorf und Realschulrektor  an der Staatlichen Realschule Sonthofen ist seit vielen Jahren als Stadionsprecher  tätig. Als ehemaliges Mitglied der deutschen Nationalmannschaft kennt er Skispringen bestens aus eigener Erfahrung. Selbstverständlich durften die VBR Pensionisten RSR Franz Bisle „life“ beim Ansagen vom Leitstand aus erleben.

Eine Bergbahnfahrt auf das 2228 m hohe Nebelhorn, der höchsten Erhebung der Allgäuer Alpen, war für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Strahlender Sonnenschein, der einen Blick auf über 400 Berggipfel ermöglichte, belohnte die mutigen Bergfahrer. Ein sehr geräumiger Speisesaal im Restaurant auf der Bergstation  „Höfatsblick“ war eigens für VBR Teilnehmer geöffnet. Mit einem Rundumblick auf die imposante Bergkulisse schmeckte das Mittagessen besonders gut. Zahlreiche Drachenflieger nutzten das schöne Wetter und die idealen Windbedingungen zum Abflug vom Nebelhorn aus. So mancher VBR Pensionist erkundigte sich interessiert nach Tandemflügen.

Ein Halt am Immenstädter Alpsee für eine Kaffepause  und die anschließende Besichtigung einer Bergkäserei  rundeten die Erkundungsstour ab. Hier erfuhren die Teilnehmer über Herstellung, Lagerung und Verkauf von Bio-Käse. So könnten die kleineren Bergkäsereien  nur noch mit dem Verkauf von  Nischenprodukten, wie Bio-Käse,  finanziell überleben.

Überraschung beim Abendessen

Etwas Besonderes erwartete die Teilnehmer während des Abendessens. Im höchst gelegenen Restaurant Kemptens, im 13. Stock des Hotels Skyline,  genossen die Teilnehmer einen vollständigen Blick über die gesamte Stadt. Ein überraschender Auftritt von sechs Alphornbläsern in Originaltracht  ließen so Manchen das Abendessen für kurze Zeit vergessen. Die langgezogenen, tiefen Töne der meterlangen Instrumente beeindruckten sehr. Das Alphorn als Hirteninstrument vorgestellt, das viele Jahrhunderte lang verwendete wurde, diente unter anderem auch zur Nachrichtenübermittlung. Das Alphorn war „das Handy der Hirten“, wurde erklärt.
Kultur pur war am letzten Tag angesagt. Ausgrabungen und Fundstücke aus der vergangenen Römerzeit im „Archäologischen Park Cambodunum“  führten die Besucher hautnah an die Verhältnisse in Kempten von vor fast 2000 Jahren heran. Für Heiterkeit sorgte die Besichtigung der Sanitäranlagen der damaligen Römer. Die Anschaulichkeit ließ hier nichts zu wünschen übrig. Großes Lob erhielten die beiden Führerinnen, die in Römerkleidung erschienen. Sie verstanden es, mit großer Sachkenntnis und viel Humor die römischen Baulichkeiten zu erläutern.
So mancher Teilnehmer verlängerte seinen Aufenthalt im Allgäu noch auf  privater Basis. Das nächste Treffen findet übrigens in Haag, einer Stadt östlich von München, statt.

Nachtrag des Pensionistenbetreuers
In den vergangenen Jahren hatte man bei jedem Treffen den Eindruck: Das war absolute Spitze, das kann nicht übertroffen werden. Dennoch gelang es den nachfolgenden Organisatoren immer wieder, neue Akzente zu setzen und mit besonderen Attraktionen zu überraschen. Auch in diesem Jahr hat sich der Organisator, unser Mitglied Manfred Lutz, eine Fülle von Programmpunkten einfallen lassen, die jeder für sich ein Glanzlicht waren. Die Teilnehmer des Treffens gingen mit dem Gefühl auseinander, dass sie außergewöhnlich interessante, informative und künstlerische Attraktionen miterlebt hatten.
Für diese gelungene Veranstaltung möchte ich daher Manfred Lutz unseren herzlichsten Dank aussprechen. Er hat uns allen eine große Freude bereitet.
Ich bin sicher, dass auch der nächstjährige Veranstalter in Haag ein hervorragendes Programm zusammenstellen wird.

Manfred Gruber
Pensionistenbetreuer

VBR Pensionisten besuchen Kempten und das Oberallgäu

Blick auf 400 Berggipfel