Pensionistentreffen 2008 in Regenstauf

Auf dem Nibelungenstrom zur Steinernen Brücke

Manfred Gruber, Pensionistenbetreuer und Josef Brunner, ehemaliger Leiter der MaxUlrich-von-Drechsel-Realschule in Regenstauf, konnten sich über den regen Zuspruch zahlreicher Pensionisten und deren Partner beim 22. Pensionistentreffen vom 25. bis 27. September 2008 in Regenstauf freuen. Etwa 60 Personen hatten sich aus allen Gegenden Bayerns auf den Weg ins Regental gemacht, wo sie für zwei Nächte Quartier im Schloss Spindlhof, dem Bildungs- und Tagungshaus des Bistums
Regensburg, bezogen, das herrlich eingebettet in eine alte Parklandschaft eine ideale Umgebung für Gespräche und Begegnungen bot.

Erster Bürgermeister Siegfried Böhringer hatte anschließend zum Empfang ins Kulturhaus Regenstauf geladen – wegen der Vorbereitungen zur Landtagswahl stand das Rathaus nicht zur Verfügung. Schon vor seiner Aufsehen erregenden Wahl, durch die die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU zur Überraschung Vieler beendet wurde, hatte er sich vorgenommen, die größte Gemeinde im Landkreis Regensburg auch zur bedeutendsten zu machen.
Nach seinen Erläuterungen, die ein klares Bekenntnis des ehemaligen Realschulabsolventen zu unserer Schulart deutlich machten, wurden beim Stehempfang regionale Produkte in flüssiger Form genossen. Die anschließend
vorgesehene Kaffeepause sollte beim nahe gelegenen Metzgerwirt erfolgen und als kalorienreichen Höhepunkt die Verkostung der weit und breit besten Schwarzwälder Torte ermöglichen.

2007 wurde die LBV-Vogelstation Regenstauf im Rahmen der BR-Aktion „Miteinander“ als bestes Umweltprojekt Bayerns ausgezeichnet. Seitdem wird die Station von Besuchern aus ganz Bayern förmlich überrannt. Jährlich werden dort mehr als 700 verletzte Vögel gepflegt und – wenn möglich – wieder freigelassen. Die Arbeit des ehrenamtlichen Stationsleiters Karl Büchl ist mittlerweile überregional bekannt, fast täglich kommen Schulklassen und Besuchergruppen in die 2006 fertig gestellte Vogelstation. Auch wir konnten uns von der engagierten Arbeit Karl Büchls überzeugen, ehe wir gegen Abend wieder zum Schloss Spindlhof zurückkehrten.

Der nächste Morgen sollte etwas eher beginnen als vorgesehen, stand doch am Vormittag die Besichtigung der Dr.-Robert-Eckert-Schulen in Regenstauf auf dem Programm. Es handelt sich dabei um einen privaten Unternehmensverbund bestehend aus dem Berufsförderungswerk Eckert – einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung zur beruflichen Rehabilitation Erwachsener – sowie einem technischen Lehrinstitut, einem Lehrinstitut für medizinische und Hotelberufe sowie einem Fernlehrinstitut.

Das Haus Dr. Eckert – so konnten wir erfahren – bildet in über 70 anerkannten Ausbildungsberufen aus und hat seit seinem 60-jährigen Bestehen über 40.000 Schülern zu einem erfolgreichen Abschluss verholfen. Sehr beeindruckt zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen bei ihrem Rundgang von der aufwändigen technischen Ausstattung der Schulen, vor allem aber an der zweifellos angenehmen Klassenstärke von oft weniger als einem Dutzend Schüler. Eine Informatik-Gruppe mit sage und schreibe nur vier Erwachsenen fiel besonders auf. Danach befragt, ob dies die Soll-Stärke der Klasse sei, erklärte die Dozentin, dass es sich hierbei um eine Differenzierungsmaßnahme handele, jedoch auch zwei Schüler krank seien. Einige der etwas sprachlosen Realschulkolleginnen und -kollegen befielen daraufhin Zweifel, ob sie sich seinerzeit wirklich für die richtige Schulart entschieden hätten.

Das Mittagessen wurde im gepflegten Forster`s Restaurant in Donaustauf eingenommen, nicht ohne vorher der Walhalla, dem bekannten Ruhmestempel auf dem nahe gelegenen Bräuberg Reverenz zu erweisen und von hier den unvergesslichen Blick über die weite Donau- und beginnende Gäubodenlandschaft zu genießen.

Gestärkt ging es nach dem Essen – mit dem Bus – zum nächsten Berg, dem Schlossberg in Wörth an der Donau, einem ehemaligen Sommersitz der Regensburger Fürstbischöfe mit seinem weithin sichtbaren und vorbildlich sanierten Renaissance-Schloss. Die beeindruckenden Kellergewölbe werden gerne für verschiedene Veranstaltungen und Empfänge des Landkreises genutzt. Das Schloss selbst dient seit vielen Jahren als Seniorenresidenz in luftiger Höhe, was dann auch sehr schnell Anlass zur Diskussion bei einigen Besuchern gab, die sich nach den Erläuterungen des Ortsheimatpflegers Ludwig Schindler durchaus darüber freuten, dass sie selbigen Ort wieder gesund verlassen und eine nahe gelegene Weinstube ansteuern konnten. Dort gab es frisch gebackenen Flammkuchen zum Federweißen oder zu einem Glas des Regensburger Landweins, der aus dem eigenen Weinberg der Besitzerin, der sog. „Kruckenbergerin“, stammt. Als Baierwein ist er mittlerweile bekannt, der Müller-Thurgau des „kleinsten Weinbaugebietes“ in deutschen Landen, das sich auf einer Gesamtfläche von vier Hektar an den Südhängen entlang der Donau erstreckt und zumindest bis ins Mittelalter, wenn nicht in die Römerzeit zurück reicht. Pünktlich um 16:00 Uhr hatte auch schon unser Personenschiff am Fuß der Walhalla angelegt, das uns in gemütlicher Fahrt zur Steinernen Brücke brachte.

Der Abend im Schloss Spindlhof diente wiederum der Information und Unterhaltung. Herr Brunner hatte eigens einen ehemaligen Schüler, Tobias Lehner, gewonnen, der mit seiner „Ziach“, also Knopfharmonika, in Oberpfälzer Tracht für Stimmung sorgte.

Die wichtigsten Neuerungen aus Schule und Verbandsleben wurden in gut verträglichen Portionen jeweils zwischendurch aus erster Hand verabreicht:

Roland Schneidt, Vorsitzender der VBR, Christa Nicklas, Referentin „Beamtenbund/Landtagsangelegenheiten“
des BRLV und Monika Müller-Sperl, Bezirksvorsitzende der VBR-Oberpfalz, informierten und diskutierten unter
der Moderation von Manfred Gruber.

Der Samstagvormittag schließlich ermöglichte durch die Besichtigung des Reichstagsmuseums im Alten Rathaus einen kurzen Blick auf die reiche Vergangenheit der Stadt Regensburg, die 2006 in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde und die als nördlichste italienische Großstadt bezeichnet wird.
Für den anschließenden Spaziergang durch die Altstadtgassen zum Restaurant „Bischofshof“ am Dom hatte sich Kollege Rudolf Geipel von der Privaten Realschule Pindl Regensburg etwas Besonders einfallen lassen: eine „alternative“
Stadtführung – wie er es nannte – mit den wichtigsten Daten, dafür aber gewürzt mit vielen interessanten Anekdoten und kleinen Geschichten. Auf dem Gang durch die engen mittelalterlichen Gassen und über die italienisch anmutenden Plätze konnten sich die Pensionisten vom Charme der Stadt des immerwährenden Reichtags überzeugen.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete das Pensionistentreffen 2008.

Josef P. Brunner

Die Teilnehmer des Pensionistentreffens 2008 im Hof des Thon-Dittmer-Palais in Regensburg

Keine „Peep-Show“, sondern verletzte Greifvögel, die in der Vogelstation gesund gepflegt werden, betrachten die Pensionisten.

Karl Büchl, Leiter der Vogelstation, mit Uhudame Lily

Störche sind immer wieder Gäste der Vogelstation

Das Berufsförderungswerk Eckert

Rundgang durch das Berufsförderungswerk

Besuch im Schloss Wörth an der Donau

Am Fuß der Walhalla

Tobias Lehner aus Regenstauf, der musikalische Ausgestalter des Abends

Roland Schneidt mit den Neuerungen aus der VBR

Die Wimpelübergabe

In den Gassen und Straßen der alten ReichstadtRegensburg, jüngstes Weltkulturerbe Deutschlands

Auf dem Haidplatz in Regensburg, einem Platz, der den Ruf Regensburgs als „nördlichste italienische Großstadt“ mitbegründet.

Spät am Abend werden noch die Fahrstrecke nach Regensburg und die nicht immer einfachen Parkmöglichkeiten in der alten Reichsstadt erklärt.