|VBR Bezirksversammlung Mittelfranken am 01.02.2018

VBR Bezirksversammlung Mittelfranken am 01.02.2018

Der Bezirksverband Mittelfranken begrüßte das neue Jahr am  1. Februar 2018 im Rahmen einer Mitgliederversammlung an der Realschule Hilpoltstein. Der Schulleiter und stellvertretende Bezirksvorsitzende Kurt Wink eröffnete die Versammlung und hieß die Gäste in seinem Haus willkommen.

Die Bezirksvorsitzende Mathilde Eichhammer begann die Sitzung mit einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder des Bezirks. Allen Anwesenden wünschte sie für das Jahr 2018 viel Erfolg, Gesundheit und große Nervenstärke.

M. Eichhammer skizzierte die äußerst positive Entwicklung der VBR auch im vergangenen Jahr, die sich z.B. an der zunehmenden Akzeptanz als Interessensvertretung der Realschuldirektorinnen und Realschuldirektoren festmachen lasse oder auch an der erfreulich steigenden Mitgliederzahl. Eichhammer warb für die Vereinigung und bat darum, auch vor Ort weiter neue Kolleginnen und Kollegen in den Schulleitungen auf die VBR aufmerksam zu machen und für eine Mitarbeit zu gewinnen.

Zum ersten Tagesordnungspunkt hatte die Bezirksvorsitzende als Referentin zum Thema „Schulabsentismus“ die Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin bei der Stadt Fürth, Frau Eveline Kraus-Kinsky, gewinnen können.

Die Ärztin gab einen Überblick über die Einflussfaktoren auf die Schule aus pädiatrischer Sicht und erläuterte die verschiedenen Formen des Schulabsentismus wie Schulschwänzen, Schulverweigerung oder auch Zurückhalten. Sie betonte, dass alle Formen letztlich das Vorenthalten von Bildung und Erziehung oder auch von gesundheitlicher Fürsorge zur Folge haben. Insofern seien diese Fälle von Schulabsentismus nach den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) als Kinderschutzfälle zu sehen. Ein lösungsorientiertes Vorgehen erfordere eine entsprechend konsequente Reaktion aller Bereiche wie Jugendarbeit, Medizin, Schule und Justiz. Kraus-Kinsky stellte schließlich die personelle Ausstattung und das Vorgehen des schulärztlichen Dienstes der Stadt Fürth vor. Die Zahlen der letzten 15 Jahre zeigten leider einen deutlichen Anstieg von Schulabsentismus. Bereits im Jahr 2013 habe es in Fürth einen ersten runden Tisch zu diesem Thema gegeben, als dessen Ergebnis dem Schulamt eine „Checkliste“ zum konkreten Umgang mit Schulabsentismus vorgelegt wurde. Diese Checkliste war gemeinsam verabschiedet worden und bildet seitdem die Grundlage für das konkrete Vorgehen von Schule und jugendärztlichem Dienst bei entsprechender Häufung von Fehltagen bei Schülern.

Die umfangreiche und rege Diskussion im Anschluss an das Referat zeigte große Betroffenheit, immenses Interesse und konnte weitere Fragen klären oder bestimmte Aspekte noch vertiefen.

Die Bezirksvorsitzende dankte Frau Kraus-Kinsky für die äußerst hilfreichen Informationen und – als Schulleiterin in Fürth – für die sehr gute Zusammenarbeit zum Wohl der Schülerinnen und Schüler.

Der zweite Tagesordnungspunkt sah den Bericht über die Tätigkeit des Landesvorstands vor, den M. Eichhammer in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Landesvorsitzende vorstellte.

Seit der letzten Bezirksversammlung im März 2017 hatte der engere/erweiterte Landesvorstand, d.h. auch gemeinsam mit allen Bezirksvorsitzenden, wiederholt getagt, um sich mit bildungspolitischen Themen auseinanderzusetzen und gemeinsame Ziele zu formulieren. Detailliert ging M. Eichhammer auf die zahlreichen Gespräche des Landesvorstands ein, die im Lauf des vergangenen Jahres geführt wurden, um die Belange der Realschule, insbesondere auch der Schulleitungen, zu kommunizieren:  Es gab Termine mit Vertretern der Realschulabteilung des Staatsministeriums (in unterschiedlicher Zusammensetzung), auch mit Beteiligung der Leiterin von Referat IV Frau Mdgtin. Elfriede Ohrnberger, mit Kultusminister Dr. Spaenle, mit dem CSU-AK Bildung unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Waschler mit Beteiligung mehrerer Abgeordneter, mit anderen Realschulverbänden wie LEV und BRLV, mit den Direktoren-/Rektorenvereinigungen von FOS/BOS, Gymnasium oder Mittelschule oder mit den Realschul-MBs aller Bezirke.

Inhaltlich waren diese Gespräche mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung geprägt von Themen wie Ganztag (Ressourcen und Umsetzung), Datenschutz (Notenmanager Einsicht in Noten und Ordnungsmaßnahmen), ASV (weiterhin auftretende Probleme, Übermittlung der Schullaufbahndaten), Beurteilung, Abstandsgebot (A15/A15Z), Stellenschlüssel im Bereich der Sekretariate (unzureichende Zuweisung und Bezahlung), Digitalisierung (Ressourcen und Infrastruktur), Einstellungszahlen (Einstellungskorridor), integrierte Lehrerreserve und mobile Reserve, gestiegene Belastungen der Schulleitungen etc.

M. Eichhammer betonte, dass die VBR auch in Zukunft – weitgehend gemeinsam mit LEV und BRLV – an diesen Themen dranbleibe und die Interessen der Schulart Realschule und insbesondere der Schulleitungen engagiert vertreten werde. Das aktuell auch in der neuesten Ausgabe der SPN veröffentlichte gemeinsame Papier fasse die zentralen Forderungen für die Realschule plakativ zusammen. Gerade auch im Hinblick auf die anstehenden Landtagwahlen im Herbst 2018 gelte es, klar Position zu beziehen für den Erhalt des erfolgreichen differenzierten Schulwesens in Bayern.

Eichhammer sprach die bevorstehenden Veränderungen im Landesvorstand an, die durch die Bestellung des Landesvorsitzenden Bernhard Buchhorn zum MB für den Bezirk Schwaben anstünden. Sie gratulierte Buchhorn zu diesem Erfolg, dankte ihm vorab schon einmal für seine großartigen Leistungen zum Wohl der VBR und wünschte ihm eine glückliche Hand für seine neue Verantwortung.  Um Interessenskonflikte zu vermeiden würde der bisherige Landesvorsitzende seinen Vorsitz zum Ende des 1. Schulhalbjahres niederlegen. Somit stünden – voraussichtlich am 08. Juni 2018 – im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung Neuwahlen des Landesvorstands an. Näheres werde termingerecht mitgeteilt werden.

Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen klangen die Inhalte der Veranstaltung weiter nach und führten zu angeregten Diskussionen.

Mathilde Eichhammer

2018-02-18T14:52:09+00:00