Eine Fortbildung besonderer Art durften Schulleiter und Konrektoren im April an der Jakob-Sandtner-Realschule Straubing erleben. Der „Gesprächsprofi“ Christoph Schießl, selbständiger Personalberater und Organisationspsychologe aus Altötting, gewährte einen ganzen Tag lang einen Einblick in die Geheimnisse der Gesprächsführung. Ausgehend von den Grundlagen der Kommunikation wurden Themen nicht nur besprochen, sondern und vor allem praktisch demonstriert und in einer Vielzahl an Rollenspielen ausprobiert, sodass sehr homogen die Theorie mit der Praxis verbunden werden konnte.

Welche Gesprächsregeln sollte ich als Schulleiter beherrschen? Wie funktioniert aktives Zuhören? Wie gehe ich ein Kritikgespräch oder eine Beschwerde an? Mit anschaulichen Beispielen und der Simulation von realen Situationen aus dem Alltag verstand es der Referent, die Teilnehmer in seinen Bann zu ziehen und sie in kommunikative Situationen einzubinden. Besonders die aktive Teilhabe motivierte und schaffte in der angenehmen Atmosphäre eines kleinen Teilnehmerkreises die intensive Auseinandersetzung mit Wahrnehmungsfiltern, Bewältigung von konfliktreichen Auseinandersetzungen und bestimmten Vorgehensweisen. Jedes Rollenspiel wurde analysiert, die Akteure bekamen ein Feedback über ihre Stärken und die noch verbesserungswürdigen Redensmuster. Herr Schießl gab den Kollegen wertvolle Tipps, welche Fehler dabei zu vermeiden sind, wie z. B.: „Schweife nicht vom Thema ab, höre richtig zu, unterbrich nicht, rede nicht zu viel, vermeide die Einbahnkommunikation“ usw.

In diesem Zusammenhang wurde die Fragetechnik erläutert. Welche Fragen bringen ein Gespräch weiter, welche hemmen oder bewirken Konfrontation? Immer wieder solle man zusammenfassen, die weitere Vorgehensweise mitteilen, neutral bleiben. Mit seinem schauspielerischen Talent demonstrierte er so beispielsweise die 3 Ks: den eher labilen Kritiker, den scharfen Kritiker und den sarkastischen Typ.

Schwierige Elterngespräche waren ein weiterer Schwerpunkt, der in Partnerarbeit oder im Dreierteam vorbereitet, durchgespielt und anschließend wieder besprochen wurde. Viele Gedanken machte man sich, wie man als Chef seine Mitarbeiter, hier die Lehrkräfte, motivieren könnte oder woraus sie sich selbst motivieren.
Ein Problem, das viele kennen: Besprechungen dauern lange und sind häufig wenig zielführend. Dem kann man entgegenwirken, wenn man einige Punkte beachtet, damit sie effektiv und nicht zeitraubend verlaufen. Während manche Fortbildungen für Führungskräfte doch eher langweilig erscheinen und die Inhalte meistens schon bekannt oder auch veraltet sind, bot Christoph Schießl den VBR-Mitgliedern eine derart gewinnbringende Schulung, die ihresgleichen suchen muss.

Als stellvertretende Bezirksvorsitzende der VBR Niederbayern bedankte sich Realschuldirektorin Regina Houben im Namen der Teilnehmer für die überaus fachlich kompetente und praxisorientierte Weiterbildung ihrer Kolleginnen und Kollegen.